Handlung bei Saturday Night Fever

Was treibt einen wie Tony Manero, den Backstreet Boy aus Brooklyn, in die Disco? Dasselbe, was auch alle anderen immer wieder dorthin zieht. Sexuelle Sehnsüchte, das Verlangen nach sozialer Anerkennung und die Hoffnung auf großzügigen Applaus für das Einzige, was er aus dem Effeff beherrscht: Tanzen.

Es ist das Jahr 1976.
Tony Manero ist lebenshungrige neunzehn und arbeitet für miesen Lohn in einem Farbenladen. Der Vater hat gerade seinen Job verloren, die Stimmung zu Hause ist gereizt. Als der Bruder unerwartet sein Priesteramt an den Nagel hängt, sind die streng katholischen Eltern schockiert. Nun hängt der Haussegen erst recht schief. Dafür geht für Tony jeden Samstagabend in der Disco die Sonne auf. Es ist die heißeste Nacht der ganzen Woche.

Drüben, im verheißungsvollen Manhattan, lockt das ,Studio 54', die legendäre Tanzhöhle, in der die Reichen und Schönen sich vor einem Plastikmond verbeugen und das Leben leicht nehmen. Aber Tony Manero ist auf der falschen Seite der Brooklyn Bridge geboren. Er muss mit dem ,2001 Odyssey' vorlieb nehmen. Einem Tanzschuppen in Bay Ridge. Doch schlechter tanzen als die Nachtclub-Schickeria in Manhattan wird der Italo-Amerikaner auf dem glitzernden Parkett aus bunt angestrahltem Plexiglas gewiss nicht. "Ich habe Himmelsschwingen an meinen Schuhen", flötet er ins Lichtorgel-Stakkato. Und tatsächlich tanzt der Kerl wie ein junger Gott.

Damit er dabei auch gut aussieht, wirft er sich selbstverliebt und mit Hingabe in Schale. Ein Anzug aus Kunstfaser, eine kesse Weste, Boogie Shoes - das ist es. Dazu die heiße Fönfrisur. Einige wenige schwungvolle Bürstenstriche, viel Spray. So gestylt - hängt auch das Goldkettchen richtig? - probt Tony vor dem Spiegel in seinem Zimmer die verführerischen Posen des umschwärmten Discokönigs, zu dem ihn seine Clique gekürt hat.

Auf die Mädchen bewirkt sein selbstsicheres Auftreten Wunder. Sie himmeln ihn an. "Ich glaube, ich habe Al Pacino geküsst", stöhnt eine. Der ,Woman´s man' gestattet kleine Annäherungsversuche. Nur Annette treibt es zu weit und wirft sich ihm an den Hals. Aber sie ist nicht Tonys Traumfrau. Zu sehr Mauerblümchen, findet er. Der Macho mit dem Empfinden einer Mimose will etwas Besseres. Stephanie Mangano: Ja, die ist seine Ginger. Sie sieht blendend aus und tanzt toll. Der Fred Astaire von Brooklyn ist wild entschlossen, mit diesem edlen Geschöpf den Universal Disco Dance Contest, den großen Tanzwettbewerb im ,2001 Odyssey', zu gewinnen.

Beim Training im Tanzstudio trifft Tony Stephanie, die ihn in der Disco abblitzen ließ, wieder. Das resolute, absichtsvoll biestige Brooklyn-Girl, das mit allen Mitteln dem Mief der Arbeiterklasse zu entkommen sucht, sich mehr nach Manhattan und dem Respekt der Upper Class sehnt als nach einem Mann, will sich eigentlich nicht auf seinen Typ einlassen: "Du hast keine Klasse."

Dafür hat er jede Menge Charme. Stephanie und Tony verschmelzen schließlich zu einem perfekten Tanzteam, wie man es aus Hollywoodfilmen der vierziger Jahre kennt. Sie siegen beim Tanzwettbewerb - vor dem puertoricanischen Pärchen Cesar und Maria, das noch besser getanzt hat. Tony jedoch wird nachdenklich.
Aber ein paar Witze und ein Schluck Wodka vertreiben düstere Gedanken. Das ist der Stoff, den man sich im ,2001 Odyssey' genehmigt. Freilich vernebelt er den Jungs die Sinne. Tonys Freunde können davon ein Lied singen. Einer von ihnen ist Bobby C. Eine linkische, unsichere Figur.

Bobby C will um alles in der Welt zu Tonys Gang gehören. Der Maßstab aller Dinge ist auch für ihn die Disco und so gibt er sich so cool er kann. Der sichere Pfad zum Selbstbewusstsein scheint über die Tanzfläche zu führen.
Tatsächlich aber wird Bobby C immer hilfloser. Ehe er sich versieht, ist seine Freundin von ihm schwanger. Pauline will, dass er sie schleunigst zum Altar führt. Bobby C bereitet jedoch allein der Gedanke schon Schwindelgefühle. Nun mimt der Ängstliche erst recht den Draufgänger. Wagemutig turnt er über die Brücke. Und stürzt dabei in den Tod.

Die Freunde sind bestürzt. Selbst der eingebildeten Stephanie wird ganz komisch zu Mute. Ob das wahre Glück wirklich mit ,M' wie Manhattan anfängt - so wie sie sich das in ihrer Backfisch-Seele ausgemalt hat? Eigentlich ist Tony auch ganz nett. Stephanie schmiegt sich an ihn. Gemeinsam träumen die beiden von einem besseren Leben.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

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